Additive im Motoröl – was steckt dahinter?
Motoröl ist nicht gleich Motoröl. Auch wenn man häufig nur die Viskositätsklasse (z. B. 5W-30) oder die Herstellerfreigabe betrachtet, steckt noch viel mehr im Öl. Ein wichtiger Bestandteil, der im Hintergrund eine große Rolle spielt, sind die sogenannten Additive. Doch was genau sind Additive im Motoröl, wozu braucht man sie, und worauf sollte man achten?
Was sind Additive?
Additive sind chemische Zusatzstoffe, die dem Grundöl (Basisöl) beigemischt werden. Sie verbessern bestimmte Eigenschaften des Öls oder fügen neue hinzu. Ohne diese Zusätze wäre modernes Motoröl gar nicht in der Lage, die hohen Anforderungen im heutigen Motorbetrieb zu erfüllen.
Moderne Motoröle bestehen oft zu etwa 20–30 % aus Additiven – also weit mehr, als man vielleicht erwarten würde. Der Rest ist das Basisöl (mineralisch, teilsynthetisch oder vollsynthetisch).
Wofür sind Additive gut?
Additive übernehmen im Motoröl viele verschiedene Aufgaben. Hier sind die wichtigsten Additiv-Typen und deren Funktionen im Überblick:
- Detergenzien (Reinigungsadditive)
- Dispergatoren:
- Verschleißschutz-Additive (z. B. ZDDP):
- Korrosionsschutz-Additive:
- Schaumverhinderer:
- Viskositätsindex-Verbesserer:
- Oxidationsinhibitoren:
Sie verhindern, dass sich Ablagerungen im Motor bilden. Alte Ablagerungen werden gelöst und in Schwebe gehalten, damit sie mit dem Öl abfließen können.
Diese Additive sorgen dafür, dass Verunreinigungen wie Ruß oder Schmutzpartikel fein verteilt und in Schwebe gehalten werden, damit sie sich nicht irgendwo im Motor absetzen.
Diese Substanzen bilden auf den Metalloberflächen eine Schutzschicht, die den direkten Metallkontakt (und damit den Verschleiß) reduziert – besonders in der Warmlaufphase des Motors.
Sie schützen metallische Bauteile im Motor vor Rostbildung durch Feuchtigkeit oder saure Rückstände im Öl.
Diese Additive verhindern übermäßige Schaumbildung, die durch die Bewegung des Öls im Motor entstehen kann. Schaumbildung würde die Schmierwirkung deutlich verschlechtern.
Sie sorgen dafür, dass das Öl über einen breiten Temperaturbereich hinweg stabil bleibt. So ist das Öl bei Kälte dünnflüssig, bleibt aber bei Hitze ausreichend zäh.
Diese verhindern die Alterung des Öls durch Oxidation. So bleibt das Öl länger leistungsfähig und altert nicht so schnell.
Können Additive auch schaden?
Grundsätzlich sind Additive im Motoröl sorgfältig abgestimmt. Sie gehören fest zur Ölformel und sind notwendig für den Betrieb moderner Motoren. Es gibt jedoch auch Zusatz-Additive, die man separat ins Motoröl kippen kann. Diese werden häufig als Tuning- oder Reinigungszusätze verkauft.
Hier ist Vorsicht geboten! Solche Zusatzmittel können die sorgfältig abgestimmte Additivkombination im Öl durcheinanderbringen und im schlimmsten Fall mehr schaden als nützen. Vor allem bei modernen Motoren mit Turbolader, Abgasnachbehandlung oder Partikelfilter sollte man keine Experimente machen.
Wichtig: Nur Additive verwenden, die vom Ölhersteller oder Fahrzeughersteller ausdrücklich freigegeben wurden.
Fazit – Additive sind unverzichtbar
Additive sind ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Motoröls. Sie sorgen für Sauberkeit im Motor, schützen vor Verschleiß und garantieren eine stabile Schmierwirkung bei allen Temperaturen. Das Motoröl wäre ohne Additive nicht in der Lage, die komplexen Anforderungen moderner Motoren zu erfüllen.
Man sollte sich aber bewusst sein: Diese Additive sind bereits im Öl enthalten – in genau abgestimmter Menge. Wer also ein gutes Markenöl mit passender Herstellerfreigabe verwendet, muss sich um die Additive keine Gedanken machen.
Zusätzliche Öl-Additive aus dem Zubehörhandel sind in den meisten Fällen überflüssig – und in manchen Fällen sogar riskant. Lieber auf das richtige Öl mit Herstellerfreigabe setzen, dann ist man auf der sicheren Seite.