Dein Mercedes verlangt nach der Freigabe MB 229.72? Hier findest du die besten offiziell zugelassenen 0W-20 Motoröle auf einen Blick, inklusive Füllmengen, geeigneter Motoren und wichtiger Hinweise zur Verträglichkeit.
- Einsatzbereich: Neueste Mercedes-Benz Fahrzeuggenerationen (insbesondere ab Abgasnorm Euro 6d), die strengsten Umweltrichtlinien unterliegen und auf maximale Kraftstoffersparnis sowie minimale CO2-Emissionen ausgelegt sind.
- Motoren: Primär für neueste Dieselmotoren mit SCR-Katalysator und Partikelfilter (DPF, OM 654) sowie moderne Benzin- und Hybridmotoren mit Ottopartikelfilter (OPF, z. B. M 254, M 256 und M 264). Häufig für bestimmte leistungsgesteigerte Modelle (z. B. in der aktuellen GLE- und AMG-Klasse) zwingend vorgeschrieben.
- Eigenschaften: Aschearmes „Low-SPAsh“-Motoröl (basierend auf ACEA C6) mit stark abgesenkter Hochtemperatur-Viskosität (HTHS) für höchste Kraftstoffeffizienz (Fuel Economy). Es bietet einen deutlich verbesserten Schutz vor Steuerkettenverschleiß sowie vor unkontrollierter Frühzündung bei niedrigen Drehzahlen (LSPI).
- Wechselintervall: Longlife-fähig. Ermöglicht verlängerte Wartungsintervalle gemäß der Mercedes-Benz Wartungsanzeige (Assyst), abhängig vom individuellen Fahrprofil.
- Rückwärtskompatibel: Nein zu älteren Normen. Zwar kann es in der Regel in Motoren verwendet werden, die die MB 229.71 fordern, es ist jedoch nicht abwärtskompatibel zu MB 229.51 oder 229.52. Es darf unter keinen Umständen in älteren Motoren verwendet werden, die Öle mit normaler HTHS-Viskosität erfordern, da der extrem dünne Schmierfilm dort abreißen und unweigerlich zu einem Motorschaden führen könnte.
- Typische Viskositäten: Nur 0W-20.
Unsere Empfehlungen: Die besten Öle mit MB 229.72 Freigabe
Ein zentraler Faktor der modernen Motorengeneration von Mercedes-Benz ist die Reduzierung der inneren Reibung. Daher ist für die Norm MB 229.72 nach den offiziellen Mercedes-Benz Betriebsstoff-Vorschriften ausschließlich die Viskositätsklasse SAE 0W-20 zugelassen.
0W-20 Öl
Die Liste der für diese Norm zugelassenen Motoröle auf dem Markt ist recht überschaubar. Unsere folgenden Empfehlungen erfüllen offiziell die strengen Vorgaben von Mercedes-Benz und zeichnen sich durch Premium-Qualität und die höchsten Anforderungen für die moderne Motorengeneration aus.
Hier findest du die 1 Liter Variante desselben Öls für exakte Füllmengen oder zum Nachfüllen:
LIQUI MOLY Top Tec 6600 0W-20 | 1 L | Synthesetechnologie Motoröl | Art.-Nr.: 21440
Eine komplette Liste aller offiziell zugelassenen Motoröle findest du außerdem hier.
Wie viel Liter Öl brauche ich?
Mercedes-Motoren haben im Vergleich zu vielen anderen Herstellern oft recht große Ölwannen. Hier sind die gängigsten Richtwerte:
| Motortyp (häufige Motorcodes) | Typische Modelle | Ungefähre Öl-Füllmenge |
|---|---|---|
| Kompakte 4-Zylinder (z. B. Benzin M282) | A-Klasse, B-Klasse, CLA, GLA, GLB | 5,1 bis 5,5 Liter |
| 4-Zylinder (z.B. Diesel OM654, Benzin M254, M264) | C-Klasse, E-Klasse, GLC, V-Klasse | 5,5 bis 6,8 Liter (meist ca. 6,3 L) |
| Reihen-6-Zylinder (z.B. Benzin M256) | E-Klasse, S-Klasse, GLE, GLS, G-Klasse | 8,0 bis 8,5 Liter |
Warum wurde die Norm MB 229.72 eingeführt?
Mit den immer strenger werdenden Abgasnormen (wie Euro 6d und Ausblicken auf Euro 7) sowie der Zunahme von teilelektrifizierten Antrieben (Mild- und Plug-in-Hybride) stiegen auch die Anforderungen an die Schmierstoffe abermals an. Als konsequente technologische Weiterentwicklung führte Mercedes-Benz daher die Freigabe MB 229.72 ein. Diese basiert auf den deutlich anspruchsvolleren Spezifikationen ACEA C6 und API SP. Wie bereits der Vorgänger handelt es sich um ein aschearmes „Low SPAsh“-Öl der Viskositätsklasse 0W-20, das jedoch durch verschärfte Prüfkriterien entscheidende technische Verbesserungen mitbringt.
LSPI-Schutz
Der große technische Unterschied und Vorteil der MB 229.72 liegt im Bereich der Additivierung: Moderne, hochaufgeladene Benzinmotoren mit Direkteinspritzung neigen bei niedrigen Drehzahlen zu unkontrollierten Frühzündungen (LSPI – Low Speed Pre-Ignition). Diese können Schäden an Kolben und Zylindern verursachen. Die MB 229.72 wirkt diesem Phänomen durch eine angepasste chemische Zusammensetzung gezielt entgegen. Zudem müssen Öle dieser Norm einen deutlich strengeren Test zum Schutz vor Steuerkettenverschleiß bestehen.
Für welche Motoren sind MB 229.72 Öle geeignet?
Das Öl ist speziell für die neueste Generation von Benzin- und Dieselmotoren ausgelegt. Während bei der Vorgängernorm MB 229.71 viele Plug-in-Hybride noch ausdrücklich ausgenommen waren, ist die 229.72 oft genau für diese modernen, hybridisierten Antriebskonzepte vorgesehen. Zu den Motoren, die mit diesem Öl befüllt werden können oder es zwingend erfordern, gehören unter anderem (entscheidend ist immer die Angabe im Serviceheft):
- Benzinmotoren mit Partikelfilter (OPF): M 252, M 254 (außer Plug-in Hybrid), M 256.8 (außer Plug-in Hybrid), M 256.9 (außer Plug-in Hybrid), M 260, M 260 A, M 264, M 282.8, M 282.9
- Dieselmotoren mit Partikelfilter (DPF & SCR): OM 654 (außer Plug-in Hybrid)
Kompatibilität und Gefahr bei Falschanwendung
Wie auch die MB 229.71 verfügt die MB 229.72 über eine stark abgesenkte Hochtemperatur-Viskosität (HTHS ≥ 2,6 mPas). Das Öl ist bei Betriebstemperatur also extrem dünnflüssig. Deshalb gilt auch hier die dringende Warnung, dieses Öl nur in den explizit freigegebenen Motoren einzusetzen.
Ein Einsatz in älteren, nicht dafür konstruierten Motoren führt zu einem gefährlichen Schmierfilmabriss und unweigerlich zu kapitalen Motorschäden.
Während MB 229.72 unbedingt von älteren Motoren ferngehalten werden muss, gibt es in eine Richtung gute Nachrichten: MB 229.72 Öle sind in der Regel abwärtskompatibel zur älteren 0W-20-Freigabe MB 229.71. Wer also ein Fahrzeug besitzt, das ursprünglich ein Öl nach MB 229.71 erfordert, kann bedenkenlos zum technologisch fortschrittlicheren MB 229.72 greifen und profitiert so zusätzlich vom verbesserten Ketten- und LSPI-Schutz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen MB 229.72 und ihrem Vorgänger MB 229.71?
Die MB 229.72 ist die direkte Weiterentwicklung der MB 229.71. Sie bietet einen noch besseren Schutz vor „LSPI“ (Low Speed Pre-Ignition, unkontrollierte Frühzündungen bei niedrigen Drehzahlen), was besonders bei modernen Benzin-Direkteinspritzern wichtig ist. Zudem sind die Anforderungen an die Oxidationsstabilität noch strenger. In der Regel darf ein Öl mit MB 229.72 dort eingefüllt werden, wo MB 229.71 verlangt wird (rückwärtskompatibel innerhalb der 0W-20 Generation).
Darf ich MB 229.72 zum Nachfüllen mit anderen Ölen mischen?
Grundsätzlich lassen sich alle handelsüblichen Motoröle miteinander mischen. Wenn du unterwegs bist und der Ölstand zu niedrig ist, kannst du im Notfall eine kleine Menge eines anderen Öls (z. B. MB 229.71 oder zur Not 229.52) nachfüllen, um Motorschäden durch Ölmangel zu vermeiden. Aber: Dadurch verschlechtern sich die speziellen Eigenschaften des 229.72-Öls (insbesondere die Aschewerte und die Kraftstoffeffizienz). Es wird empfohlen, zeitnah einen vollständigen Ölwechsel durchzuführen, wenn größere Mengen eines „falschen“ Öls beigemischt wurden.
Warum wechselt Mercedes auf so „dünne“ 0W-20 Öle?
Das hat in erster Linie umweltpolitische und gesetzliche Gründe. Um die strengen Flottenverbrauchswerte und Euro-Abgasnormen der EU zu erfüllen, müssen die Hersteller jedes Gramm CO2 einsparen. Ein extrem dünnflüssiges Öl reduziert die Reibungsverluste im Motor messbar. Die Motoren sind von Grund auf (Ölpumpe, Lagerschalen, Dichtungen) auf dieses dünne Öl konstruiert worden, sodass trotz der niedrigen Viskosität ein optimaler Verschleißschutz gewährleistet ist.